Informationen zur  Geschichte Zeneggens

Literaturhinweise

historische Fotos

 

um 10'000 v.Chr Ende der letzten Eiszeit: Rückzug der Gletscher, grosse Bergstürze aus haltlosen Felswänden: Marufälli, Gstein, „Zen grossen Steinen" [2,5]
1900 - 1600 v. Chr.  früh-bronzezeitliche Bewohner beim Weiler Sisetsch hinterlassen Schalensteine (Bedeutung ist unklar: Kultstätten, Gewinnung von Gesteinsstaub?) [2]
um 1250 v.Chr. u. früher 

Kastell - Überreste einer prähistorischen Siedlung

mittel-bronzezeitliche Höhensiedlung auf dem Kasteltschuggen [2,3,4] (einziger Fundort im Wallis aus dieser Periode!); Bewohner dürften von der Viehzucht gelebt haben (Knochenfunde aus dem Siedlungsgebiet zeigen mehrheitlich Haustiere, kaum Wild); Trockenmauern sind heute noch gut erkennbar; diverse Funde aus mehreren Ausgrabungen wie Keramik und Bronzeobjekte (Dolch-/Meisselklingen) werden heute im Schweizerischen Landesmuseum (ZH) aufbewahrt. Die gefundenen Mauerreste und  die topographische Situation machen eine Deutung als "befestigte Siedlung" wahrscheinlich [4].
750 - 500 v. Chr.  feuchtes u. kaltes Klima in den Alpen drängt die menschlichen Siedlungsräume im Oberwallis zurück (Fehlen von Funden aus dieser Periode oberhalb von Visp) [5]
450 v. Chr - 100 n. Chr.Spange.gif (3894 Byte)

 

jung-eisenzeitliche (Früh-Latene) keltische Siedlung (Uberer) beim Weiler Sisetsch; in den Äckern zwischen Sisetsch und Widum Entdeckung von 6-10 Gräbern mit zahlreichen Fundstücken aus Bronze (Armspangen, Fibeln und verzierte Armbänder) und Topfsteinbruchstücke (meist aus Giltstein) aus einer Topfsteinverarbeitungstelle [2]Topfstein.gif (11796 Byte) (heutiger Aufbewahrungsort: kantonales Museum für Archäologie in Sion und t.w. historisches Museum in Bern). Das Material für die Topfsteine dürfte aus dem nahen Steinbruch „zur Grube" stammen.
15 v.Chr. - 400 n. Chr.  Das Wallis steht unter römischer Herrschaft 
800 - 1000 n. Chr. germanische Alemannen besiedeln von Norden vermutlich über die Grimsel (evt. auch über Lötschenpass und Gemmi) das Oberwallis und verdrängen bzw. vermischen sich allmählich mit der keltischen Urbevölkerung. Über längere Zeit dürften die christlichen Alemannen neben den keltischen Urbewohnern (Heiden) gelebt haben, was aus der Existenz von „Heidenhäusern mit Seelenglotz" und Flurnamen wie „Heidenegg" gefolgert werden kann.
1150  das 1. erhaltene schriftliche Dokument über Zeneggen betreffend Wasserankauf aus dem Jungbach. Die Sicherstellung des Wässerwassers ist auch in den folgenden Jahrhunderten für Zeneggen ein zentrales Problem, wie diverse Urkunden über Nutzung und Wartung der Augsbordwasserleitung und später über Wasserzukauf aus dem Ginalstal belegen. 
1388 Zenegger unterstützen die Visper im Verteidigungskampf gegen die Savoyer („Mannenmittwoch")
1394 In einem Alpreglement wird bereits die Nutzung der Niederstenalpe im Nanztal durch Zenegger erwähnt (besteht bis zum heutigen Tage)
bis 1400  Zeneggen steht politisch im Lehensverhältnis zu wohlhabenden Visper Familien
bis 1500 Zeneggen wird nur unter dem Namen des mittleren Weilers „im Sisetsch" erwähnt
1556 Nikolaus Im Eich aus Zeneggen, dessen Familie den Weiler  Eich bewohnt, wird Landeshauptmann des Wallis.
1586  Festsetzung der Dorfstatuten bei der Bauernzunft
nach dem 16. Jh.  jahreszeitliche Wanderung der Bevölkerung aufgrund mehrstufiger Mischwirtschaft (Viehhaltung, Acker- und Rebbau)
ca. 1600 Kalkverarbeitung und Schmiedehandwerk werden von Zeneggern ausgeübt. Einen gut-erhaltenen historischen Kalkofen kann man heute noch im Eggwald besichtigen. 
1608 (?)
alte Kapelle.
Bau des ersten Gotteshauses (alte Kapelle neben Burgerhaus, Abbruch in diesem Jahrhundert beim Strassenbau)
1611  Bau des Burgerhauses
1666 Bau der Dreifaltigkeitskapelle (am Standort der heutigen Pfarrkirche)
1697  Territorialfestsetzung mit der Gemeinde Stalden
1716  Zeneggen wird Rektorat (Kirche ohne Status Pfarrkirche) mit eigenem Geistlichen (siehe auch Priester der Pfarrei Zeneggen)
1718 Bau des Pfarrhauses (erweitert 1792)
1751 Vergrösserung Dreifaltigkeitskapelle und Ergänzung um Glockenturm (in den beiden Folgejahren werden die beiden ersten Glocken gegossen; spätere Ergänzungen - 1763 und 1846 - um weitere Glocken ermöglichten das Zenegger Glockenspiel)
1754  Zeneggen erhält Status einer Pfarrei (erst 1795 - 1819 kann man sich von diversen Abgaben an die Mutterkirche in Visp und bischöfliche Tafel befreien)
1799 6 Zenegger fallen im Pfyn-Wald im Kampf gegen französische Soldaten
1819 Bau der Kapelle auf dem Biel zu Ehren der 14 Nothelfer

 

ca. 1820

Bärentatze des letzten auf Zenegger Gebiet erlegten Bären

Der letzte Bär wird auf Zenegger Gebiet gejagt (Tatze im Burgerhaus).

bis 1821 Zeneggen muss Brückenzollabgaben und Unterhaltungskosten an Visp entrichten
1845  Territorialfestsetzung mit der Gemeinde Visperterminen
1855  versiegen mehrerer Quellen nach einem heftigen Erdbeben
1871 Territorialfestsetzung mit der Gemeinde TörbeI
1877 bis 1881 Bau der Pfarrkirche am Standort der Dreifaltigkeitskapelle, der Glockenturm wurde übernommen; Renovationen in den Jahren 1932/33 (u.a. Glasfenster), 1955  und siebziger / achtziger Jahren
1865 bis 1900  20 Zenegger schliessen sich Auswanderungswelle nach Amerika an (u.a. wegen wiederholter Trockenheit)
1913 

wurden in den Äckern zwischen Sisetsch und Widum an der Heideneck von Theodor Gattlen beim Pflügen 6 - 10 keltische Gräber entdeckt, welche diverse Fundstücke aus der La-Tene-Zeit ( jüngere Eisenzeit, 450 v. Chr. - 1 Jh. n.Chr.) enthielten.

1916 bis 1918 Abbau von Asbest („Bergflachs") während des 1. Weltkriegs

1918 - 1920

F.G. Stebler Dr. F. G. Stebler (*1852-+1935; Privatdozent ETHZ 1876-1900 für techn.landwirtschaftl. Fächer) verfasst seine  "Monographie aus den Schweizer Alpen" (1), welche detailliert Zeneggen und die Kultur seiner Bewohner beschreibt.  
1920  erste Telefonverbindung
1927 Anschluss ans Stromnetz.
1928 Eröffnung der Dorfwirtschaft
1930 Bau der Skihütte in der Oberen Hellela
1931 - 1934 Bau der Strasse nach Zeneggen
1936 Bau des ersten Hotels
1947 - 1951  Bau der neuen Augstbordwasserleitung [6] / Trinkwasserversorgung
1955  Im Sommer 1955 entdeckt eine Basler Schulklasse auf dem Kasteltschuggen beim Graben im Innern des «Turmes» eine Anzahl Scherben von bronzezeitlichen Gefässen [3].  Johannes Senti (Muri BE) führte systematische Ausgrabungen an der Fundstelle durch. 
1960-1963 Dr. Rudolf Degen führt weitere Ausgrabungen auf dem Kasteltschuggen durch und berichtet später in "Wallis vor der Geschichte" [3].
1960-1970  Vervollständigung des Trinkwassernetzes
1970 -1990 Bau von Flurstrassen zu den noch nicht erschlossenen Weilern und Voralpen
1994 Fertigstellung von Mehrzweckhalle und neuem Schulhaus
1996 - 1998 Sanierung von Quellen / Wassernetzerweiterung
ab 1998 Restaurierung der historischen Bewässerungsysteme (Suonen) im Rahmen des Projektes "Kulturlandschaft Zeneggen 2000". Unter anderem wurde der Bielweiher instand gesetzt.
2004 Einweihung der neuen Steiner-Orgel  am 20. Mai 04 (Christi Himmelfahrt)
2008 / 2009 diverse Erschliessungsstrassen werden im Bereich Egga und Alt-Zeneggen gebaut. Unterhalb Kastelschuggen wird ein Erddamm zum Steinschlagschutz für die unterhalb gelegenen Wohnhäuser errichtet.

 

Literaturhinweise

1. Stebler F.G., „Die Vispertaler Sonnenberge", Jahrbuch der Schweiz, 56. Jahrgang, Alpenclub, Bern, 1921, siehe auch Fotogalerie mit historischen Fotos von Stebler

2. Kenzelmann Tony, „Kleine Wunderwelt  Zeneggen", 2. Auflage, 1978

3. „Das Wallis vor der Geschichte", Sitten Kantonsmuseum, Sept. 1986, S. 298-301 (Dr. R. Degen: Zeneggen Kasteltschuggen), 324, 330/1, 354

4. David-Elbiali M., „Les influences culturelles en Valais au debut du Bronze final au travers de decouvertes de Zeneggen-Kasteltschuggen", Jahrbuch der Schweiz. Ges. f. Ur- und Frühgeschichte, Bd. 77, 1994, S. 35-52 (pdf-File 1.6 MB zun Download)

5. Walliser Geschichte Bd. 1, Herausgeber kantonales Erziehungsdepartement Sitten, 1983

6. Kenzelmann Klaus, Die Geschichte des Augstbordwassers  ( Emd, Törbel, Zeneggen), Rotten-Verlag, Visp, 2001, ISBN 3-907624-22-X

7. Jossen, Erwin; "Zeneggen - Sonnenterrasse im Vispertal" (illustrierte Dorfmonografie,  Rotten-Verlag, Visp,  2006); ISBN-10: 3-90576-12-9; ISBN-13: 978-3-905756-12-8

 

Download: Informationsschrift des Verkehrsverein Informationen zur Geschichte Zeneggens (PDF-File) 

 

Links: 

Fotos prähistorischer Funde (Fundort Zeneggen) aus dem kantonalen archeologisches Museum in  Sion 

Fotos prähistorischer Kunstgegenstände

historische Plätze in Zeneggen: Schalensteine, Höhensiedlung Kastel, Luchsfalle, Kalkofen im Eggwald, historischen Steinbruch "zur Gruebu"

Association Valaisanne d'Archéologie - Walliser Archeologische Gesellschaft

Walser in den Alpen

WIKIPEDIA Artikel "Walser"

Walliserdeutsch Visperterminen

Walser Vereinigung

virtuelle Walser Museum

 

 


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